Dem Mutigen wird das Schlimmste zum Besten
Ernest Shackleton
Über mich
Das Ende war mein Anfang
Im wahrsten Sinne, von heute auf morgen, endete meine doch so erfolgversprechende Karriere bei der bayerischen Polizei. Nach einigen Krankheiten, die mir das Leben vergeblich als Vorwarnung geschickt hatte, ließ ich mich zu guter Letzt nicht einmal von eine Herzklappenoperation stoppen - zu groß war der Drang nach Anerkennung und Erfolg. Viel zu früh gab ich nach dieser schweren OP wieder Vollgas, wollte nicht nachlassen, als Leiter einer Ermittlungsgruppe und hochmotivierter Drogenfahnder. Panikattacken und Schlafstörungen bekämpfte ich mit Beruhigungsmitteln. Das Gefühl, vom früh Aufstehen bis zum Schlafengehen, voll unter Strom zu stehen, war Normalität geworden. An einem Donnerstag im August holte das Leben dann doch zum finalen Schlag aus. Aus der einen Zigarette nach der Mittagspause wurden zwei, drei, vier - an meinen Schreibtisch zurück habe ich es nicht mehr geschafft, die aller letzten Reserven waren verpulvert. "Heute mache ich ausnahmsweise ein mal eher Feierabend!" waren meine letzten Worte zu meinen Mitarbeitern - es sollten die aller letzten gewesen sein. Tags darauf kam ich nicht mehr aus dem Bett, ließ mich zunächst von meinem Hausarzt für zwei Wochen krankschreiben. Damit war es allerdings nicht getan, nicht diesmal, zu massiv war die körperliche und seelische Erschöpfung. Rat beim Neurologen suchend, bekam ich Antidepressiva und eine auf mehrere Wochen ausgedehnte unfreiwillige Zeit zum Nichtstun verordnet. Lange Wald-Spaziergänge ganz alleine nur mit mir, ließen mich peu a peu, wieder in Kontakt mit mir, meinem wahren Selbst kommen. Die Stimme in mir, auf die ich all die Jahre nicht gehört, sie vielmehr bewusst totgemacht hatte um weiter als Hochleistungsmaschine funktionieren zu können, bekam mehr und mehr Raum. Immer deutlicher hörte ich, die mahnende Stimme, den erhobenen Zeigefinger: "Du musst da raus - oder Du bringst Dich um!".
Als ich begriff was ich all die Jahre tat, begann mein falsches Selbst, meine aufgebaute Identität zu bröckeln. Im festen Glauben, dass andauernde Höchstleistung zu erbringen ganz einfach meine Natur sei, fordete ich zu viel von mir! Zunehmende Schlafprobleme, chronische Rückenschmerzen und ständige Nebenhöhlenentzündungen, spielte ich als Symptome des Älterwerdens herunter. Der innere Antreiber hatte mich voll im Griff. Ich hielt mich für einen "Super-Bullen". In Wahrheit war ich einem selbstmöderisher Tauschhandel aufgessesen - Höchst-Leistung gegen Lob, Anerkennung und Wertschätzung und letztendlich für Aussicht auf Liebe, die der kleine Junge in in mir, in seiner Kindheit nicht bekommen hatte. Von der Sucht nach Erfolg angetrieben, mir ein falsches Selbst aufgebauend, stürzte mein Haus, das ich immer weiter nach oben zu bauen versuchte aber für das keinerlei tragfähgies Fundament vorhanden war, mit ein mal ein.
Der inneren Stimme folgend, zwei Mentoren an meiner Seite wissend, meinen Dienststellenleiter ins Vertrauen ziehend, wagte ich mutig den Schritt ins Leere. Etliche Hürden mussten genommen, einge Anstrengungen mit Hilfe meines "inneren Kriegers" hinter mich gebracht werden bis zu guter Letzt, die Urkunde mit der Frühzeitigen Versetzung in den Ruhestand eintraf.
Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade erst Anfang 40.
Das erste Bewusstwerden
Die äußeren Umstände, die der Auslöser waren, der meinen Körper in die Knie gezwungen hatte, waren allerdings nicht die Ursache des Ganzen. Mein Selbstwert, der an die berufliche Leistung und den Erfolg eins zu eins gekoppelt war, verabschiedete sich im Gleichschritt mit der zunehmenden Dauer meiner Krankschreibung. Als ich in dieser Phase, während es Fußwegs in einer benachbarten Stadt einem Streifenwagen bemerkte flüchte ich mich aus Angst, von den Kollegen erkannt zu werden, schnell in eine Seitengasse und versteckte mich dort hinter einem Lieferwagen.
Mir einzugestehen, dass ich tief im Bann der Scham gefangen war, dass ich mich völlig wertlos fühlte und nicht mehr wusste wer oder was ich ohne meinen Dienstgrad eigentlich war - dass ich mir selbst völlig klein, unbedeutend und darüber hinaus vor allen Dingen, total fremd vorkam, öffnete mir das Tor zu einem völlig neuen Weg - den Weg zu mir selbst.
Dieser Weg, mich selbst wieder zu finden, begann mit diversen Büchen über Mid-life-Crisis, gefolgt von Burn-Out-Ratgebern und Raus-aus-dem-Hamsterrad-Literatur und führte mich über Achtsamkeits- und Meditations-Seminaren, letztlich zu einen Life-Vortrag von Robert Betz, der den für mich passenden Titel trug: "Willst du normal sein - oder glücklich?"
Erst mit diesem Robert-Betz-Vortrag begann mein eigentliches Aufwachen. Ich konnte plötzlich zu verstehen warum mein Weg so war wie er war, warum er mich immer weiter von Mir selbst entfernte und warum er mich an eine Weggabbelung führte, an der ich mich entscheiden musste, mein altes, aus falschen Überzeugungen aufgebautes Leben weiter zu leben oder einen neuen Weg einzuschlagen, hin zu mir selbst.
Erst einige Monate nach diesem Abendvortrag traute ich mich zum nächsten großen Schritt. Ich buchte mit wackligen Knieen die Transformationswoche bei Robert Betz in Saafelden. Diese fünf Tage, mit einer Menge Leute, die genau so wie ich bereit waren die Lösungen in ihrem Inneren und nicht im Außen, zu suchen, brachte mir den ersten richtigen Augenöffner. Ich durfte der Tiefe zu erkenen, dass die Kindheit unser Erwachsenenleben doch viel stärker beeinflusst, als wir es war haben wollen. Meine Suche nach Liebe und Anerkennung, meine Erfolgssucht wurde unablässig angetrieben von meiner Suche nach Identität. Der Erfolg wurde zu meiner Daseinsberechtigung. Das Gefühl, meinen Wert ständig beweisen zu müssen, verfolgte mich Tag und Nacht. In diesen fünf Tagen der Transformationswoche durfte ich zum erstem mal erkennen, dass meine Arbeitssucht, die Folge eines sehr schwach ausgeprägtes Selbstgwertgefühls war, das Resultat meiner Kindheit - mit einer psychisch instabilen, narzisstischen Mutter und einem nicht anwesenden, schwachen Vater. Der Beruf den ich gewählt hatte, war gar nicht meiner - es war eher der Wunsch meiner Mutter bzw. ihre Angst, dass ich es sonst zu nichts bringen könnte, wie mein Vater, der mit seiner Arbeitslosigkeit für mich als abschreckendes Beispiel dienen sollte.
Der Ruf des Abenteuers
Mein neuer Weg begann mit einem aufflackern von noch nie da gewesener Reiselust. Immer ohne Begleitung unterwegs, was für mich bis dato aus Angst vor dem Alleinsein, völlig undenkbar war, erfüllte ich mir nach und nach meine Kindheitsträume. Früh um drei Uhr lud ich mein Rennrad ins Auto und fuhr zu einer Etappe der Tour de France nach St. Jean de Mourienne und von dort aus, wo ich zwei Tage im Auto übernachtete, weil weit und breit keine Unterkunft mehr frei war, durch meine ganze Angst hindurch, Meter um Meter, zum Col de la Corix de fer hoch, wo ich die Radprofis am Gipfel verüberbrausen sah. Gänsehaut pur! Von dem Erlebnis Tour de France total in den Bann gezogen, ging es nun jedes Jahrt Juli nach Frankreich. Der legendäre Anstieg nach Alpe d`huez wurde von mir ebenso mit dem Rad in Angriff genommen, wie der mythische Mont Ventoux in der Provence, der eine magische Anziehung auf mich hat und letzlich der Col du Turmalet und die Serpentinen auf dem Weg nach Luz Ardiden in den Pyenäen.
Einer bloßen Eingebung folgend erkundete ich in mehreren Etappen Schottland, wurde über die Jahre hinweg zum Whisky-Enthusiasten, gebe seither selbst Whisky-Tastings und arbeitete ein Zeit lang als Fachverkäufer für ein Spirituosenfachgeschäft, sowie für einen bekannten Youtuber, an dessen Stand auf der Whisky-Messe in Erfurt. Ich erfüllte mir mit den Trips meine Kindheitsträume. Es ging nach Hawaii, nur um die Drehorte von Magnum PI mit Tom Selleck, ein mal hautnah zu erleben. Über Los Angelas und San Diego fuhr ich zur legendäre Westernstatt Tombstone, Arizona, wo es 1876 zum legendären Shoot-Out am OK-Corall, mit Wyatt Earp und Doc Holliday kam und besuchte Venice Beach, um das dortige Muscle Beach mit eigenen Augen zu sehen, wo zu seiner Zeit Arnold Schwarzenegger trainierte.
All diese Reisen, waren letztendlich immer Reisen zu mir Selbs. Von der unbändigen Lust beseelt, diesen Frank, von dem ich nicht mehr wusste, wer er eigentlich war, mehr und mehr kennen zu lernen, baute ich einen alten Land Rover Defender zum Wohnmobil um, lebte zwei Sommer lang, ohne feste Wohnung, im Auto, auf Bergpässen in den französichen Alpen, in der Provence und an der Cote d`Azur und auf Campingplätzen an den Oberitalienischen Seen. Zwischendurch fuhr ich mit dem Landy auf die Fähre, über Amsterdam nach Newcastle, schnurstracks weiter zu meiner geliebten Whisky-Insel Islay, wo ich wegen Dauerregens mehr Zeit im Auto verbrachte, als bei Spaziergängen die Landschaft zu genießen. Wenn ich gar nicht mehr weiter wusste, mich wieder nach Nähe und Kontakt sehnte, übernachtete ich bei Freunden auf der Couch oder in deren Partykeller. Den Winter über schlug ich mich alleine auf mich gestellt, monatelang in La Gomera durch wobei sich Höhle, Zelt und Appartment abwechselten. Auf dieser energiereichen Vulkaninsel der Kanaren, wo ich durch meine wieder gewonnene Freude am Austausch mit andere Menschen, unzählig viele schöne Kontakte erlebte, kam ich mir näher und immer näher.
Während den Restriktionen der Corona-Zeit, kaufte ich mir ein altes Wohnmobil und erfüllte mir einen weiteren Traum. Im Herbst 2021 brach ich damit nach La Gomera auf. Beim Zwischenstop in Barcelona wurde ich schwer krank, lag einige Tage mit Fieber und Schweißausbrüchen im Hotelbett und wusste nicht mehr weiter. Umdrehen oder Weiterfahren, das war hier die Frage... Mein deutscher Arzt auf La Gomera schickte mir ein Rezept für Antibiotika auf mein Handy. Nach weiteren drei Tagen, die Tabletten schienen zu wirken, war ich wieder halbwegs fahrtüchtig und steuerte den Fährhafen in Huelva an. Mein Zustand besserte sich allmählich und so erreichte ich wie geplant Mitte Dezember La Gomera. Auf der Insel angkommen verschlechterte sich mein Befinden allerdings wieder rapide. Der Einsatz eines erneuten Antibiotikums brachte keine Besserung und so flog ich auf dringenden ärztlichen Rat, an Weihnachten zurück nach Deutschland. Mein Hausarzt beurteilte meine Situiation als kritisch und gab mir mehrere Facharzt-Überweisungen mit. Der Kardiologe hatte drei Tage später bereits einen freien Termin - zum Glück! Aus seiner Praxis ging es direkt ins Krankenhaus. Backterielle Herzklappenentzündung - schwerer Verlauf! Ich war einem Nervenzusammenbruch nahe, mir schossen die Tränen nur so aus den Augen. Die dunkle Nacht der Seele - da war sie wieder. Die Herzklappe war nicht mehr zu retten, sie musste ausgetauscht werden. Vier Wochen Krankenhaus - drei Wochen Reha - Tag und Nach Antibiotika-Infusionen!
Wieder so halbwegs von der Operation genesen, beschloss ich, ab jetzt mit dem Reisen aufzuhören, es mir einfach nur noch mit Kaffee und Kuchen gemütlich zu machen. Daraus wurde nichts - es wurde Namibia. Vier Wochen. Verrückt - aber vielleicht musste ich mir auch einfach nur beweisen, dass ich es noch kann, das Losziehen ins Ungewisse. Ich arbeitete mir akriebisch eine Tour aus, buchte Unterkünfte und Leihwagen selbst und los gings. Am letzten Tag der Reise, ich saß im Zoo-Park in Windhoek und nahm ein Video für die Freunde daheim auf, kamen mir die Tränen, dieses mal Freudentränen, so überwältigt war ich von dieser Hammer-Vier-Wochen-Tour, die ich mir perfekt zusammen gestellt hatte.
Den folgenden Winter wollte ich noch mehr wagen, noch tiefer und vor allem viel länger Namibia erkunden. Dazu musste ein eigenes Auto her. Mit Unterstütuzung eines in Windhoek lebenenden Freundes, den ich das Jahr zuvor kennen gelernt hatte, kaufte ich mir von meinen letzten gesparten Euros, in Swakopmund, einen gebrauchten Ford Ranger. Nach neun Wochen, davon hatte ich drei in Swakopmund und drei in Windheok verbracht und zwischendurch eine Tour in den Etosha-Park unternommen, sowie Freunde in Omaruru getroffen, war die Luft bei mir einfach raus. Ich, der Sonnenanbeter schlechthin, hatte keine Lust mehr verspürt auf das Alleine-Reisen und wollte in den den kalten Deutschen Winter zurück. Der Entschluss stand. Der gebuchte Rückflug wurde vorverlegt, der Ford Ranger meinem Freund übergeben, der von mir den Auftrag bekam, ihn zu verkaufen.
Innere Arbeit und Selbsterkenntnis
Mein Leben verlief in die dieser spannenden Zeit als Abenteurer und Nomade, alles andere als gradlinig und stabil. Ein ständiges emotionalen Auf und Abs, vor Allem die vielen, hoch intensiven, aber nicht lange anhaltenden Beziehungen zu Frauen, stürzten mich, nach einem Verliebtheitshoch nach dem anderen, um so schneller in das tiefe Tal der Tränen und in depressive Phasen. Der starke Magier-Anteil in mir ließ allerdings auch hier nicht locker und trieb mich wißbegierin an, begreifen zu wollen, was es in der Tiefe, mit diesen gescheiterten Liebesbeziehungen, auf sich hatte. Die Podcasts von Christian Hemschemeier und seine Tools für eine "Umprogrammierung des Liebes-Chips" waren hier für mich ein ersten massiver Augenöffner. Nach einigen Online-Seminaren bei ihm und der Teilnahme an einem seiner Wochenend-Bootcamps mit dem Schwerpunkt Beziehungsdynamiken und eigene Beziehungsmuster verstehen und transformieren, gewann ich deutlich an Klarheit. Die Frauen, die ich in mein Leben zog, waren mal mehr und mal weniger, aber stets der Typus meiner Mutter. Die Palette reichte von bloßem emotional nicht verfügbar sein, bis hin zu massiv narzisstisch veranlagten Frauen, die mir aufzeigten wo ich gerade als Mann stand. Ich ließ sie alle bereitwillig meine Grenzen übertreten und den letzten Rest meinen Selbstwert angreifen. Für andere Frauen schlüpfte ich wie selbstverständlich in die Retter-Rolle, hatte ich sie doch in frühster Kindheit schon perfekt eingeübt, als ich meine Mutter erst vor meinem schwachen und erfolglosen Vater, dann vor dem Trinken, zu retten versuchte. Kurz gesagt, das leben schickte mir bewusst Frauen, die mir mein "Mutter-Thema" aufzeigten und die mich daher in eine zu tiefst heilende Auseinandersetzung mit meiner Kindheit brachten. Es war vor allem die Frage nach dem warum. Warum zog ich Frauen an, die mit mit mir das gleiche machten wie meine Mutter. Warum war ich von Frauen hin und weg, denen ich hinterherlaufen durfte. Warum lernte ich nur Frauen kennen, an denen ich mich abarbeiten durfte und letztendlich doch nicht ihre Liebe bekam? All diese Fragen durfte ich mir stellen und mir die Antworten darauf in jahrerlanger Selbstreflexion und Innerer-Kind-Arbeit, selbst beantworten. Die Theorie des Wiederholungszwang in Beziehungen nach Sigmund Freud bringt es auf den Punkt - es ist die andauernde Reinszenierung der Kindheit, aufgeführt aus dem einzigen Grund: Die Psyche will sich selbst heilen und Heilung kann nur mit dem Verstehen der Vergangenheit und Ausöhnung mit ihr, geschehen.
Mein Prozess, der Wille, mir auf den Grund zu kommen, nahm Fahrt auf. Ein Viedeo von Dami Charf brachte die erschütternde Erkenntnis, dass ich in meiner frühesten Kindheit Entwicklungs- und Bindungstrauma erlebte. Dies ließ mich mit Trauma-Heilungs-Arbeit beginnen. Mein Weg führte mich zu den Büchern und You-Tube-Videos von Mike Hellwig, der mich mit seiner Therapiemethode der "Radikalen Erlaubnis" sofort abholte. Bei Mike Hellwig belegte ich die letzten Jahre über so einige Seminare und absolvierte 2017 die Ausbildung bei ihm in "Radikaler Erlaubnis".
Um die Vorgänge bzw. Verhaltensmuster in partnerschaftlichen Liebesbeziehungen noch tiefer begreifen zu können, fing ich an mich mit der Methode des "Ehrlichen Mitteilens" auseinander zu setzen. Der Trauma- und Beziehungs-Experte Gopal Norbert Klein beeindruckte mich von seinem Ansatz der zwei Beziehungstypen: Autonomietyp und Verschmelzungstyp und gab mir in verschiedenen Workshops einen fundamentalen Einblick dahingehend, wie massiv in der Kindheit angewandte Schutz- und Verbindungsstrategien bezogen auf die Eltern, unser Bindungsverhalten im Erwachsenenleben beeinflussen, wonach es überhaupt kein Wunder ist, dass wir immer wieder die "falschen" Partner in unser Leben ziehen.
Die Podcasts des Beziehungs-Coaches Martin Uhlemann sprachen mich in dieser Zeit ebenso an. Sein Seminar: "Raus aus Co-Abhängigkeit, rein in Fülle!" passte von der Überschrift her doch perfekt auf meine Situation. Sein Angebot umfasste eine Seminar-Woche zu diesem Thema auf einer Finca auf der Insel Mallorca. Die Heldenreise nach Joseph Campbell war ebenfalls einer der Seminarbestandteile.
Das Thema Mann-Werdung stand nun bei mir auf dem Programm und mein Augenmerk fiel hierbei auf den Deutsch-Amerikanischen Coach Orlando Owen der wie kein Anderer immer wieder betont wie fundamental ein gesundes Selbstwertgefühl, gerade für das Reifen vom Jungen zum Mann, ist. Sein über 24 Monate laufendes Online-Großprojekt mit dem gelungen Titel "Feel Different" sprach mich sofort an. Schon an Hand der Überschrift war mir klar, dass es sich bei dem Seminar nicht um ein: "Du kannst alles Schaffen, wenn Du nur willst - Motivations-Seminar" handelt. Das Wort "FEEL" versprach echten Tiefgang, hatte ich doch seit Jahren selbst am eigenen Leib verspürt, dass nur das Fühlen unserer Emotionen und das sinnesspeziefische Wahrnehmen unserer Körperempfindung, uns heilen kann und uns wieder in Kontakt mit uns selbst und unserem Fundament bringt. Begeistert von der absoluten Klarheit und seinem Mut ehrlich und autentisch Stellung zu beziehen buchte ich ihm das ulteraintensive Online-Seminar "Save your Life".
Mein Inneres konnte von der Arbeit an den Beziehungsthemen ohnehin nie genug bekommen. Die Dynamiken in einer Liebebeziehung faszinierten mich zu sehr. Was hat es mit der ("falschen") Partnerwahl wirklich auf sich, wie kommt es zu Liebessucht und Co-Abhängigkeit? Um in diese Materie noch mehr Verständnis und Tiefgang zu bringen, buchte ich bei Christian Hemschemeier die Online-Ausbildung zum "Liebes-Chip-Coach" für Einzelberatung, die ich im April 2025, erfolgreich abschloss.
Die Rückkehr des Helden
Meine letzte Namibia-Reise im Winter 2023/24 läutete bereits die unerwartete Wende auf meiner Helden-Reise ein. Alleine los zu ziehen, Neues zu erkunden, war zwar nach wie vor spannend, doch die Glücksmomente die ich von all den Reisen her kannte und die Vorfreude auf das Reisen, wollten sich nicht mehr einstellen.
War ich reisemüde geworden?
Eine allerletzte Reise sollte es aber doch noch werden. Vielleicht war ich mir noch nicht zu 100 Prozent sicher, ob der Held alle seine ihm auferlegten Missionen erfüllt hatte und schon bereit für die Rückkehr war. Zurück zu kommen auf die Insel, auf der ich viele Winter verbracht hatte, dort alle Höhen und Tiefen erlebt, Dunkle Nächte der Seele durchgestanden hatte, war kein eigentlicher Wunsch, eher ein unterbewusster Drang, eine allerletzte Mission - ein Abschluss vielleicht? Ja, Ich war tatsächlich reisemüde geworden! In den vier Wochen auf La Gomera durfte ich noch einmal Rückschauf auf mein Leben halten und auch dieses magische Tal, Valle gran Rey, den Kontakt mit alten Bekannten und die Sonne gnießen. Gleichzeit begleitete mich eine innere Stimme, die mir beständig einflüsterte: "Komm zurück - es ist vorbei - Du wirst gebraucht!" Die Sehnsucht nach einem festen Ort, an dem ich wieder tiefer ins soziale Leben eintauchen konnte, wuchs. Anstatt in die Ferne und Weite zu ziehen, immer wieder Neues zu Erforschen, bekam ich den Ruf von meiner Seele, das es nun an der Zeit ist, Zurückzukommen, Anzukommen und Tiefgang in mein Leben zu bringen. Wieder zurück von La Gomera wurde mir klar, dass meine Lebenssituation nicht mehr passt. Kronach, eine oberfränische Kleinstadt, war gefühlt nicht meine Heimat und ich drohte dort "ein zu gehen". Die Vorstellung, wieder in meine Wahlheimat Garmisch-Partenkirchen, wo meine elf jährige Tochter lebt, zurück zu ziehen, begann im mir zu reifen und festigte sich. Dem gefasten Entschluss folgte umgehend die Umsetzung. Nur kurze Zeit nach meiner Rückkehr von der zweitkleinsten Kanareninsel, zog ich von Kronach nach Garmisch-Partenkirchen zurück.
Dass diese Entscheidung allerdings eine reine Kopfentscheidung gewesen war, durfte ich erst feststellen, als ich nach monatelanger Wohnungssuche, endlich die scheinbar perfekt passende Behausung gefunden hatte. Voller Euphorie richtete ich mein neues zu Hause, eine 2-Zimmer-Dachgeschosswohnung, behaglich ein. Bereits nach zwei Wochen sah ich mich vielfältigen Lärmquellen im Außen schutzlos ausgeliefert, die über das erträgliche Maß weit hinausgingen. Eine Reise auf die ruhige schottische Insel Islay, brachte dann auch, schneller als mir lieb war, die Wende. Hatte ich meine Whisky-Reise auf die Hebrideninsel größtenteils, in ruhiger, teils auch abgeschiedener Atmosphäre verbracht, war die Rückkehr in mein neues Heim, um so schrecklicher. Kaum eine Woche von Schottland zurück, hielt ich den Lärm nicht mehr aus, kam sofort ins Handeln und schrieb ich meine Kündigung - das Leben hat wohl doch anderes mit mir vor.
Ohne zu wissen wie es jetzt weiter gehen soll, kam mir der Impuls, aus meinen Dacia Dokker die Rücksitzbank auszubauen, die Ladefläche mit eimem selbst gezimmerten Holzgestell und einer Klappmatratze zu versehen und mich ein paar Tage auf einem Campingplatz am Gardassee zu erholen. Für menen inneren Abenteuer war diese Idee allerding viel zu fad und so machte sich etwas breit, was ich eigentlich nicht mehr für möglich gehalten hatte. Die Abenteuerlust hatte mich schlagartig wieder und warum sollte ich nach den ganzen Ein- und Auszugsstrapatzen, den Winter im Waremen verbrigen.
Die Fähre war schnell gebucht und auch Unterkünfte fürs erste schnell gefunden und so startete ich Ende Okotober 2025 mit meinem Mini-Womo in Richtung Cadiz um die Fähre nach Teneriffa und anschließen die La Gomera zu nehmen.
Meine Vision
Als ich mir für meinen Weg als Mann, gerade im Hinblick auf das Thema Berufung, darauf, was meine Talente sind, warum ich hier bin, was ich noch ins Leben bringen möchte, noch mehr Klarheit gewünscht hatte, buchte ich im Sommer 2024 über die Robert Betz Homepage das Seminar "Männer 2.0", ein reines Männer-Seminar, geleitet vom wunderbaren Rüdiger Gosselck. Diese sieben Tage auf der griechischen Kraftinsel Lesbos reichten aus, um mit mir und meinen aktuellen Themen in die Klarheit zu kommen. Der Nebel lichtete sich.
Zurück vom Seminar löste ich mich nun entgültig aus einer nicht erfüllenden Partnerschaft mit einer emotional nicht verfügbaren Frau, die nicht bereit war gemeinsam mit mir, den Weg eines tieferen und ehrlich bekennenden Austausches, zu gehen. Von meiner schon seit einigen Jahren getrennt lebenden Ehefrau, reichte ich nun endlich auch die Scheidung ein, was ich aus Beqemlichkeit und einem letzten Funken von vermeintlicher Sicherheit bis dato nicht für notwendig erachtet hatte. Dies war nun aber an der Zeit, wollte ich Klarheit in meinem Leben und für meinen weiteren Weg.
Nach dieser wirklich herzberührendsten "Urlaubs-Woche" meines Lebens, auf Lesbos, hatte ich den mächtigen Impuls verspürt, nun aufs Ganze zu Gehen. Ich meldete mich ohne zögern, sofort zum "Mein Transformationsprozess" und der anschließenden "Ausbildung zum Transfomationstherapeuten" bei Robert Betz an. Der Verkaufserlös, den ich für den Ford Ranger erzielte, wurde nun direkt wieder investiert und zwar in MICH!
Beide Seminarreihen, vom tollen Markus Nolte geleitet, erstreckten sich auf einen Zeitraum von insgesamt 10 Monaten. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung im Juli 2025 darf ich nun als "Transformationstherapeut nach Robert Betz", wirken.
Schon während der Seminarreihe "Mein Transformationsprozess" spürte ich immer intensiver meine eigene Vision - anderen Menschen, gerade in den Themenbereichen, die ich die letzten Jahrzehnte selbst durchlebt und durchlitten habe, helfend und beratend auf Ihrem Weg zur Seite zu stehen, sie mit meiner Lebens-Erfahrung und Empathie, genau dort abzuholen wo sie sich gerade befinden und sie beim Verlassen alter Wege und dem Wagen von neuen Pfaden, mit aller Kraft zu unterstützen. Diese Vision wurde in der anschließenden Ausbildung zum "Transformationstherapeuten nach Robert Betz" nicht nur bestärkt, sondern es fühlte sich zum ersten mal in meinem Leben wie ankommen, wie eine Berufung an.
Ich freue mich, mit Dir aufzubrechen, zu der spannendsten Reise auf unseren Planeten - der Reise zu Dir selbst.

Meine Therapie Stationen
- Seminare bei Robert Betz
- Transformationswoche mit Robert Betz - 2014 in Saalfelden
- Transformationswoche mit Robert Betz - 2015 in Saalfelder
- Männer-Seminar - "Männer 2.0" mit Rüdiger Gosselck - 2024 auf Lesbos
- "Mein Transformations-Prozess" mit Markus Nolte 2024/2025 in Bad Steben
- "Ausbildung zum Transformationstherapeuten" mit Markus Nolte 2025 in Bad Steben
- Traumatherapie-Seminare bei Mike Hellwig von 2015 - 2022
- Mission - Deinen Lebensauftrag anerkennen - Okt 2015
- Erbe der Eltern / Innerer Kritiker - April 2016
- Der Sex und das Böse - Nov 2016
- Das verlassene innere Kind retten - Jan 2017
- Der Sex und das Böse - Juli 2017
- Ausbildung in Radikaler - Erlaubnis - Nov/Dez 2017
- Intensiv-Seminar "Mission Possible" - Juni 2018
- Intensiv-Seminar "Radikale Erlaubnis für alles was sich nicht schämt" - Mai 2019
- Radikale Erlaubnis Masterclass - Nov 2020
- Radikale Erlaubnis Masterclass Special "Karthasis" - Nov 2022
- Kurse bei Christian Hemscheier "Dating und Beziehung" - März 2019 - Mai 2025
- Online-Kurs "Umprogrammierung des Liebes-Chips" März 2019
- Online-Kurs "Liebeskummer / Entzug" - April 2019
- Online-Kurs "Dating-Strategien" - Mai 2019
- Boot-Camp-Wochenende in Murnau - Juli 2019
- Online-Kurs "Wie finde ich den richtigen Partner" - Feb 2025
- Online-Ausbildung zum "Liebes-Chip-Datin-Coach" für Einzelberatung - Mai 2025
- Online-Kurse bei Orlando Owen 2019 - 2022
- Feel-Different
- Save your Life
- Tagesseminar - Narm-Einführung bei Angelika Doerne - Sept 2024
- Gopal Norbert Klein
- Workshop "Floating" - Nov 2024